ERGEBNISSE

Veröffentlichungen

 

2021

> Dorsch ist nicht gleich Dorsch

Schwermer, H., Blöcker, A., Möllmann, C. & Döring, M. (2021): The ‘Cod-Multiple’: Modes of Existence of Fish, Science and People. Sustainability 13, 12229. https://doi.org/10.3390/su132112229 | > Orginalartikel


Unsere qualitative Analyse von Interviews mit Experten u.a. aus der kommerziellen Fischerei, dem Natur- und Umweltschutz und der Fischereiverwaltung legt eine umfassende Diversität an Wissenstypen rund um den Dorsch der westlichen Ostsee, dessen Fischerei und Management offen. Die Studie weist auf die Notwendigkeit hin, das Fischereimanagement auf eine sozialere und partizipativere Weise zu verändern. Um eine nachhaltige Bewirtschaftung natürlicher Ressourcen zu fördern ist es wichtig nicht nur "mehr" Wissen zu integrieren (Wissensaustausch), sondern vielmehr müssen Möglichkeiten geschaffen werden, in denen beispielsweise Fischer in Entscheidungsprozesse auf lokaler Ebene involviert werden (Machtteilung). Grund ist nicht zuletzt die Schaffung von Vertrauen zwischen und innerhalb der Interessengruppen, sondern auch die Erhöhung der Akzeptanz von Managemententscheidungen.

> "Tipping Point" beim Dorsch der Westlichen Ostsee

Möllmann, C., Cormon, X., Funk, S., Otto, S. A., Schmidt, J. O., Schwermer, H., Sguotti, C., Voss, R. & Quaas, M. (2021). Tipping point realized in cod fishery. Scientific Reports 11, 14259. https://doi.org/10.1038/s41598-021-93843-z  | > Orginalartikel


Unsere Analyse der zeitlichen Dynamik des Dorsches der Westlichen Ostsee zeigt, dass der Bestand und die Fischerei einen "Tipping point" überschritten haben, der durch eine nicht nachhaltige Fischerei verursacht wurde und nun durch die vom Klimawandel erzeugte Erwärmung der Ostsee stabilisiert wird. Eine Schlussfolgerung aus der Analyse ist, dass eine schnelle Erholung des Bestandes unwahrscheinlich ist. Nur durch einen niedrigen Fischereidruck kann über eine längere Zeit der Elternbestand wieder aufgebaut werden, damit die Wahrscheinlichkeit für erfolgreiche Nachwuchsjahrgänge wieder erhöht wird.

> Auswirkungen milder Winter auf den Heringsnachwuchs der westlichen Ostsee

Polte, P., Gröhsler, T., Kotterba, P., von Nordheim, L., Moll, D., Santos, J., Rodriguez-Tress, P., Zablotski, J. & Zimmermann, C. (2021). Reduced reproductive success of Western Baltic herring (Clupea harengus) as a response to warming winters. Frontiers in Marine Science, 8, 10. https://doi.org/10.3389/fmars.2021.589242 | > Originalartikel

Anhand einer Feldstudie zur Feststellung Laichzeit bestimmender Faktoren des Herings wurde ein Temperaturschwellenwert von 4°C identifiziert, der den Beginn der jährlichen Laichperiode definiert. Unsere Zeitreihenanalyse des Reproduktionserfolgs des Herings der westlichen Ostsee zeigt, dass sich relativ zu dem Temperaturschwellenwert, späte, milde Winter und der resultierende saisonal frühere Schlupfzeitpunkt der Heringslarvenlarven negativ auf den Reproduktionserfolg auswirken.